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Motivation in Sport und Studium

Johanna ist eine echte Expertin in Sachen Motivation: Als Sportpsychologin und Study Coach betreut sie an der IU Hochschule Athlet:innen, die neben ihrer sportlichen Karriere ein Fernstudium absolvieren. Im Interview erzählt sie, was Sport und Studium gemeinsam haben und mit welchen Lerntipps Du erfolgreich am Ball bleibst.  

(Bildnachweis: Jacob Ammentorp Lund via iStock)

Liebe Johanna, was liebst Du an Deinem Job als Study Coach? 

Johanna: Das Tolle am Study Coaching ist die Vielfalt – kein Tag gleicht dem anderen. Denn auch wenn wir grundsätzlich feste Aufgaben wie das 1:1 Coaching, die Sprechstunden oder feste Veranstaltungen haben, wissen wir im Grunde nie, was uns erwartet. Jede:r Studierende füllt die einzelnen Termine mit Leben und macht sie dadurch sehr individuell.  

Als ausgebildete Sportpsychologin betreust Du insbesondere unsere Sportprofis. Mit welchen Anliegen kommen sie auf Dich zu?  

Johanna: Die besondere Herausforderung für unsere Sportler:innen liegt darin, ihre Weiterbildung bzw. berufliche Laufbahn neben dem Sport im Blick zu behalten. Das ist mental oft gar nicht so leicht: Sie bereiten sich mit einem Studium auf die „Karriere nach der Karriere“ vor – ein Lebensabschnitt, mit dem sie sich in ihrer aktiven Laufbahn eher ungern befassen, da es mitunter negative Gedanken hervorrufen kann. Dazu kommt, dass den Vereinen und Trainer:innen viel daran gelegen ist, dass sich ihre Athlet:innen voll und ganz auf ihre aktuelle Karriere im Sport fokussieren. Da schätzen es unsere Sportprofis sehr, dass wir Study Coaches ihnen im Studium als motivierende Ansprechpersonen zur Seite stehen, die ihre Lebenslage verstehen.  

Sport und Studium ähneln sich ja in vielerlei Hinsicht. Fällt es unseren Sportprofis dadurch leichter, ihr Studium durchzuziehen? 

Johanna: Unsere Sportler:innen sind viel beschäftigt und sehr oft unterwegs. Das erfordert nicht nur ein hohes Maß an Selbstorganisation, sondern vor allem auch jede Menge Disziplin, Einsatzbereitschaft, einen starken Willen und langen Atem! Genau diese Eigenschaften braucht es auch beim Studieren. Daher kann man auf jeden Fall sagen, dass Athlet:innen im Studium sehr viel von ihren Erfahrungen aus dem Sport profitieren können. Wenn sie sich z.B. auf Meisterschaften oder auch Olympia vorbereiten, wissen sie, dass diese Ereignisse am Ende eines langen Wegs stattfinden, der aus vielen Trainingseinheiten besteht. So ist es auch im Studium: Der Studienabschluss steht am Ende eines Studienwegs, der aus vielen Lerneinheiten und Prüfungen besteht. Unsere Sportprofis kennen Rückschläge und haben die Erfahrung gemacht, dass es sich lohnt, wieder aufzustehen und weiterzukämpfen.  

Was machst Du, wenn sich ein Studi an Dich wendet, weil er aufgeben möchte oder kurz davor ist? Wie kannst Du ihn motivieren, dranzubleiben? 

Johanna: Hier steht die Frage im Mittelpunkt, wofür die oder der Studierende sein Studium macht. Ich frage dann ganz konkret: Aus welchem Grund nimmst Du Dein Studium auf Dich? Wohin soll Dich Dein Weg führen? Es ist ganz normal, dass Studierende ihr Ziel aus den Augen verlieren, vor allem, je länger ihr Zeitmodell ist. Wir schauen uns dann gemeinsam an, welches Fernziel die Studierenden verfolgen und wie wir davon kleinere Etappenziele ableiten können. Durch das Feiern von (Teil-)Erfolgen kommt die Motivation dann oftmals schnell wieder zurück. Und sollte dies einmal nicht der Fall sein, kann auch eine Auszeit wie z.B. ein Urlaubssemester vorerst der richtige Weg sein. 

Was sind die fünf wertvollsten Tipps, die Du Deinen Studierenden zum Lernen mit auf den Weg gibst? 

Johanna: Zu Beginn des Studiums ist es wichtig, das gefühlte Chaos auszuhalten und sich die Zeit zu nehmen, um seinen Weg zu finden. Viele Studierende – insbesondere Sportler:innen – möchten am liebsten von 0 auf 100 in kürzester Zeit. Je mehr sie sich anfangs die Zeit nehmen, um verschiedene Techniken und Materialien zu testen, desto besser werden sie im Endeffekt vorankommen. 

Daran schließt auch direkt der nächste Tipp: Finde Deinen eigenen Weg! Man hört von vielen Mitstudierenden, wie sie das Studium meistern, und möchte ihnen 1:1 nacheifern. Es ist wichtig, dass Studierende ihren individuellen Weg gehen, da jedes Leben einzigartig ist und so auch verschiedene Vorgehensweisen zum Erfolg führen. 

Sollte es einmal nicht laufen, wie man es sich vorgestellt hat, und es erscheinen Hindernisse auf dem Weg, hilft das Motto „Jetzt erst recht!“ Natürlich kann und darf man sich ärgern. Danach ist es wichtig, das Ganze abzuschütteln und zu reflektieren, woran es gelegen hat. Auch dabei können wir Study Coaches unterstützen. 

Wie motivierst Du Dich selbst? Im Job, privat, beim Sport? Setzt Du Deine Coaching-Expertise auch für Dich persönlich ein? 

Johanna: Ich probiere Coaching Tools auch privat sehr gerne aus. Das gibt mir die Möglichkeit, mich besser auf die Beratung einzustellen, da ich weiß, wie es sich anfühlt und wo es ggf. noch etwas zu beachten gilt. Und dadurch, dass es mir persönlich so viel Spaß macht, ist es für die Studierenden auch sehr viel authentischer, wenn ich ihnen verschiedene Techniken vorstelle. 

Meine Arbeit an sich motiviert mich. Ich habe große Freude daran, Studierende auf ihrem Weg zu begleiten, und bin sehr dankbar, dass ich dazu beitragen kann, dass sie ihre Träume verwirklichen und ihre Ziele erreichen können.  

Vielen Dank für Deine Zeit, liebe Johanna! 

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Ich bin seit zwei Jahren an der IU Hochschule als Study Coach für Sportprofis tätig. Ich habe meinen Master in Sportpsychologie gemacht und beschäftige mich sehr gerne mit allen Themen rund um Leistungsmotivation. Meinen Ausgleich finde ich im Sport. Mein Humor ist meine größte Stärke und hilft mir in allen Lebenslagen. 

Johanna
IU Study Coach