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Leistungsfähiger durch positiven Stress und seine Vorteile

Ein gesunder Umgang mit Stress ist erlernbar: Wir zeigen Dir, wie Du negativen in positiven Stress verwandelst und diesen Zustand für Dich arbeiten lässt

(Bildnachweis:Cecilie_Arcurs)

Herausforderungen sind Teil unseres Lebens. Doch ob Du eine Aufgabe oder Situation als belastend wahrnimmst, hängt von Deiner Wahrnehmung ab. Jeder Mensch hat eine ganz individuelle Stresstoleranz. Die gute Nachricht: Du kannst lernen, besser auf Stress zu reagieren und ihn konstruktiv für Dich zu nutzen. Denn Stress ist nicht per se negativ – im Gegenteil: Er kann wie ein natürliches Dopingmittel wirken! 

Mach Dir den Stress zum Freund   

Zuerst solltest Du Dir bewusst machen, dass Stress ein ganz natürlicher Zustand ist, der Dir dabei hilft, hohe körperliche oder mentale Anstrengungen zu bewältigen. Wären unsere Vorfahren beim Anblick eines Säbelzahntigers nicht in Stress geraten, hätten sie wohl kaum die nötigen Kräfte mobilisiert, um diesem zu entkommen! In Stresssituation schüttet Dein Körper Hormone aus, die ein Maximum an Energie für Dich verfügbar machen: Du wirst leistungsfähiger, aufmerksamer und bist bereit, zusätzliche Reserven zu aktivieren. Wichtig ist allerdings, dass die Belastung nur vorübergehend ist, und Du anschließend wieder zur Ruhe kommst. Sonst verkehrt sich positiver Stress, auch Eustress genannt, in sein Gegenteil. 

Unser Tipp: Plane auch in stressigen Phasen regelmäßige Pausen – zum Beispiel zwischen Deinen Lerneinheiten – ein. Denn am besten kannst Du Stress für Dich nutzen, wenn Du Dich in kurzen Arbeitsphasen intensiv forderst und dann bewusst entspannst. Eine äußerst effektive Lernmethode, die nach diesem Prinzip funktioniert, ist die Pomodoro-Technik. Belohnungen nach geschafften Etappenzielen, zum Beispiel ein kurzer Spaziergang, fördern zusätzlich Deine Motivation.    

Trainiere Deine Handlungskompetenz  

Laut dem Psychologen Richard Lazarus besteht jede Stresssituation aus einer Abfolge von Reizen, sogenannten Stressoren. Zunächst bewerten wir, ob wir diese als neutral, positiv oder problematisch einstufen. Ist Letzteres der Fall, suchen wir nach einer Lösung. Erscheint uns die Lösung als realistisch oder sind wir in der Lage mit der Situation klarzukommen, haben wir den Stress erfolgreich bewältigt. Fühlen wir uns dagegen überfordert, entsteht negativer Stress. Das heißt: Umso mehr Handlungskompetenzen uns zur Verfügung stehen, desto gelassener gehen wir auch schwierige Aufgaben an. 

Unser Tipp: Gute Vorbereitung und Planung sind die halbe Miete! Hast Du beispielsweise den Stoff für eine Prüfung über Wochen erlernt und verinnerlicht, wirst Du deutlich ruhiger und entspannter in Deine Klausur gehen. Dann können die gestellten Fragen oder Aufgaben zwar knifflig sein, doch Du weißt, dass Du ihnen gewachsen bist. 

Stell Dich Herausforderungen     

Auf lange Sicht kann es auch hilfreich sein, Dich ganz gezielt herausfordernden Situationen zu stellen. Erlebst Du es zum Beispiel als stressig, vor größeren Gruppen zu sprechen, kannst Du diese Fähigkeit bewusst trainieren.  

Unser Tipp: Stecke Dir zunächst kleine Ziele und setze diese aktiv in Deinem beruflichen oder privaten Umfeld um. Wenn Du zum Beispiel schon länger mit dem Gedanken spielst, ein Studium zu beginnen, kannst Du Dir vorerst ein leicht zu erreichendes Etappenziel setzen: Etwa eine Recherche dazu, welches Studienprogramm Deinen Interessen entspricht und was die richtige Studienform für Dich ist. Ebenso kannst Du Dich während des Studiums auf jeweils ein Modul konzentrieren. Die verschiedenen Aufgaben, die Du zum erfolgreichen Abschluss des Moduls erfüllen musst, lassen sich wiederum in kleinere To-dos aufteilen. So wird die Herausforderung überschaubar und Du arbeitest Dich Schritt für Schritt an Dein Ziel. Und mit jeder Herausforderung, die Du gemeistert hast, wächst auch Deine Stresskompetenz!  

Du willst wissen, wie Du Dich langfristig gegen Stress wappnen kannst? Dann schau nächsten Donnerstag, den 9. September, wieder vorbei: Im dritten Teil unserer Serie zu diesem Thema verraten wir Dir, wie Du Deine Resilienz gegenüber Stress langfristig stärkst!   


Team-Readktion-Natalie-Neudert
Ich bin Münchnerin mit tschechischen Wurzeln und habe nach meiner Promotion in Medienwissenschaften an der IU meine berufliche Heimat gefunden: als Vollblutredakteurin und -texterin. Privat begeistere ich mich für Philosophie, Kultur und Minimalismus. Damit ich frei bin für das, was mir wirklich wichtig ist: Reisen, Schreiben und Menschen, die inspirieren.

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Natalie
Redakteurin Inside IU